SUISAG Züchtertagung 2018

Die jährliche SUISAG-Züchtertagung in der Schlacht Sempach ist ein wichtiger Treffpunkt für die aktiven Herdebuchzüchter. Ein mit 95 Züchtern und Gästen vollbesetzter Saal hat sich über topaktuelle Themen aus der Schweinezucht und –gesundheit informiert.

Neues zur Zucht und Gesundheit aus der SUISAG

Zuchtleiter Henning Luther orientierte über die Entwicklung der Gesäuge bei den Mutterlinien und den züchterischen Umgang mit Zitzen-Indexen. Er erinnerte daran, dass trotz modernster Zuchtmethoden und Genomik auch weiterhin für eine erfolgreiche Zucht  verschiedene Eber, welche die KB in ausreichender Breite anbietet, einzusetzen sind.
Adrian Albrecht informierte über die wichtige Prüfarbeit an der MLP und über die Abschaffung der Spätkastrationsentschädigung per 01.04.2019.
Per 01.07.2019 gibt es im Bereich lineare Beschreibung und Exterieur-Zuchtwertschätzung Anpassungen. Neu werden negative absolute Abweichungen vom Optimum in der Zuchtwertschätzung berücksichtigt. Damit werden die künftigen Naturalzuchtwerte einfacher interpretierbar und die phänotypisch idealsten Tiere haben die höchsten Werte. Der bisher erzielte Zuchtfortschritt wird damit aber nicht höher, weil die Erblichkeiten sinken. Zusätzlich wird auch bei Exterieur die genomische Zuchtwertschätzung eingeführt. Das von der FAK Zucht sowie der Züchterbasis als richtig begrüsste Vorgehen wird zu starken Veränderungen bei den Exterieur-Zuchtwerten führen, aufgrund der geringen Gewichtungen nicht aber bei den Gesamtzuchtwerten. Daniel Kaufmann orientierte die Züchter über die Auswirkungen und den Umgang damit. Im Frühjahr erfolgt dann eine fundierte schriftliche Info an alle Herdebuchzüchter inkl. Zuchttierliste und neuen Zuchtwerten der Tiere.
Sarah Wallmer stellte den neuen SuisData-Manager, mit welchem die Züchter neu Wurf- und Sprungdaten online selber erfassen können, vor und Matteo Aepli referierte über die Themen ASP und SuisSano.

Nachhaltige Schweineproduktion und erfahrener Blick von aussen

Am Nachmittag stellte die Hauptreferentin Mirjam Lechner aus Deutschland eindrücklich ihre sehr praxisnahe und langjährige Arbeit sowie die Erkenntnisse daraus für eine nachhaltige Schweinehaltung und deren Verbesserungspotential vor. Dabei konnte sie auch aufzeigen, wo wir in der Schweizer Schweinezucht gegenüber Deutschland bezüglich Genetik, Tiergesundheit und -haltung einen erfreulichen Vorsprung haben, aber trotzdem weiter ein grosses Augenmerk darauf richten müssen.

Zum Abschluss der Tagung wurden Doris und Werner Fässler als prägender SL-Zuchtbetrieb unter grossem Applaus aus der Züchterfamilie verabschiedet. Henning Luther zeigte die Verdienste der Familie Fässler für die Schweizer Landrasse und damit auch für das Schweizer Zuchtprogramm eindrücklich auf und bedankte sich im Namen aller für die intensive und tolle Zusammenarbeit. Die SUISAG wünscht den beiden nun im kommenden Lebensabschnitt alles Gute und gute Gesundheit.