SUISAG Züchtertagung

Die jährliche SUISAG-Züchtertagung in der Schlacht Sempach ist ein wichtiger Treffpunkt für die aktiven Herdebuchzüchter. Gegen 80 Züchter und Gäste haben sich über topaktuelle Themen aus der Schweinezucht und –gesundheit informiert. Sehr geschätzt wurde einmal mehr auch die Zeit für den wertvollen Austausch unter professionellen Praktikern.

Nach der Begrüssung durch Matteo Aepli, SUISAG-Geschäftsführer, zeigte Henning Luther als Zuchtleiter eindrücklich die Bedeutung aber auch die Risiken des Einsatzes von Natursprungebern in der Herdebuchzucht auf. Mit der erfolgreichen Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung beim Edelschwein per Anfang 2016 haben sich der Zuchtfortschritt sowie die Sicherheit der Zuchtwerte bei den KB-Ebern deutlich erhöht. Damit ist der genetische Leistungsunterschied (Zuchtwerte) zwischen den Ebern auf der KB und den im Natursprung eingesetzten Ebern deutlich grösser geworden.

In den HB-Zuchtbetrieben wird der Zuchtfortschritt auf der Mutterseite für die ganze Zuchtpopulation erarbeitet. Deshalb ist es wichtig, die besten Eber einzusetzen. Der Natursprung wird dabei auch in Zukunft eine Bedeutung haben, die eingesetzten Vererber sollen aber auch über genomische Zuchtwerte verfügen und mindestens so gut sein, wie der schwächste KB-Eber.

Im Anschluss wurden die anwesenden Züchter von Adrian Albrecht und von Martin Scheeder über einige aktuelle Kurzthemen aus dem Bereich Zucht informiert. Dabei ging es hauptsächlich über die Selektionsstrategie in der Coli-F4-Resistenzzucht, welche jetzt nach dem bevorstehenden erfolgreichen Abschluss der Erfolgsgeschichte Coli-F18-Resistenz, gestartet werden kann. Informationen dazu erhalten HB-Züchter direkt. Die Selektion startet nach umfangreichen Abklärungen bei den Vaterlinien.

Weitere Informationen finden Sie in der Dezemberausgabe der Suisseporcs Information im Beitrag „Start der Selektion auf ColiF4-Resistenz bei Vaterrassen“.

Seitens der wichtigen Gesundheitsthematik informierte Matteo Aepli über den aktuellen Stand des Projektes SuisSano und die SGD-Tierärztin Sarah Fauser wies in ihrem Referat auf die Bedeutung der Biosicherheit speziell in AR-Betrieben hin.

Am Nachmittag stellte Hubert Heigl, Bio-Ferkelerzeuger aus Bayern und Präsident der Erzeugergemeinschaft Naturland, seinen Betrieb und vor allem auch seine Erfahrungen mit dem Einsatz der Schweizer Edelschweingenetik vor. Er hat 2011 erste Zuchttiere vom Gutsbetrieb Hinterbleichenberg gekauft und seither mittels Spermaeinsatz von SUISAG Ebern in bayrischen KB-Stationen den Zuchtbestand auf 100% Schweizer Edelschwein Sauen umgestellt. Es war für alle Anwesenden sehr eindrücklich zu erfahren, wie Hubert Heigl mit der Umstellung auf das Schweizer Edelschwein sein Problem mit dem Absetzferkel-Durchfall (Stichwort Coli-F18-Resistenz) lösen konnte. Das Risiko voll auf neue Genetik setzen, hat sich für diesen deutschen Züchter absolut gelohnt. Gleichzeitig berichtete Heigl auch von den tollen Muttereigenschaften der ES-Sauen, welche sich für die Ökoproduktion mit freiem Abferkeln und Gruppensäugen von allen anderen Genetiken deutlich positiv abheben.

Seitens SUISAG freut es uns sehr, mit solch zufriedenen Kunden zusammenarbeiten zu dürfen. Die aktuelle Entwicklung im Bereich Export bestätigt dies ebenfalls. Damit werden die Stärken der CH-Genetik im Ausland immer besser wahrgenommen. Das ist das Resultat der jahrzehntelangen gemeinsamen Anstrengungen der Zuchtbetriebe und der SUISAG und deren Vorgängerorganisationen. Dies ist sehr wichtig, um das verhältnismässig kleine Zuchtprogramm auch künftig so erfolgreich weiterentwickeln zu können. Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die wertvolle und für die ganze Branche nutzbringende Zusammenarbeit.