Die heute in der Schweiz durchgeführte Feldprüfung ist eine Eigenleistungsprüfung an lebenden Zuchtkandidaten auf dem Zuchtbetrieb. Sie besteht aus der Ultraschallmessung und der Linearen Beschreibung des Exterieurs. Sie ist als Leistungsprüfung konzipiert und die Daten fliessen in die BLUP-Zuchtwertschätzung ein. Es werden ganze Eber und Sauen geprüft, das Prüfgewicht muss zwischen 80 bis 120 kg liegen (Ziel möglichst nahe bei 95 kg).

Die heutige Form der Feldprüfung besteht seit 2000 und ist ein wichtiger Bestandteil in der erfolgreichen Zuchtarbeit. Die Durchführung der Feldprüfung hat viele Vorteile für den Schweinezüchter:

  • Einfache Prüfung am lebenden Selektionskandidat
  • Einzige Prüfung, die eine Differenzierung innerhalb Wurfgeschwister erlaubt
  • Lizenzierte Techniker garantieren einheitlich hohe Qualität der Prüfung
  • Hoher Informationsgehalt für Zuchtwertschätzung liefert genaue Zuchtwerte in allen Merkmalen
  • Hohe Aussagekraft durch kombinierte Auswertung mit Stations- und Schlachthofdaten
  • Grundlage für erfolgreiche Jungsauenselektion
  • Kostengünstig, da nur einfach messbare Merkmale erhoben werden
  • Weist ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis aus

Unter dem Begriff Ultraschallmessung (US) ist die Erhebung der Rückenspeckdicke (RSD), der Muskeldicke (MD), des Prüfgewichtes und des Prüfalters gemeint.
Mit Ultraschall wird die RSD und MD an drei definierten Positionen gemessen. Zur Messung wird seit 1.4.2011 das Gerät PIGLOG 105 verwendet. Da die RSD und MD eng mit dem Anteil an wertvollen Fleischstücken (AwF) korreliert ist, kann eine Aussage über die Fleischigkeit des Tieres gemacht werden (Schlachtleistung).
Aus Prüfalter und -gewicht wird das Mastleistungsmerkmal Lebentagszunahmen (LTZ) berechnet.
RSD und LTZ fliessen zusammen mit Stations- und Schlachthofdaten in die kombinierte Zuchtwertschätzung ein und tragen damit wesentlich zu einer genaueren Zuchtwertschätzung in Mast- und Schlachtleistungsmerkmalen bei.

Bei der linearen Beschreibung (LB) im Feld beschreibt der Experte die Ausprägung von acht einzelnen Merkmalen auf einer linearen Skala (imaginärer Massstab) ohne eine Gewichtung oder Wertung vorzunehmen.
Die LB ist die Basis für eine effiziente Zuchtwertschätzung. Biologische Zusammenhänge von einzelnen Leistungsmerkmalen zu Exterieurentwicklungen, wie z.B. Zuwachsleistung zu Fehlstellung oder Fleischfülle zu Typenentwicklung, können genauer quantifiziert werden.