SUISAG
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Endprodukteprüfung

1. Zusätzliche Kontrolle von Zuchtprogramm und KB-Ebern

Gemäss dem nationalen Zuchtprogramm wird aus Edelschwein (ES) und Landrasse (SL) die fruchtbare und robuste PRIMERA®-Kreuzungssau für die Mastferkelproduktion gezüchtet. Als bevorzugter Endprodukteeber wird der fleischreiche PREMO® eingesetzt. Die Reinzuchtlinien werden züchterisch intensiv bearbeitet mit Hilfe von Herdebuchführung, Leistungsprüfungen und Zuchtwertschätzung.
Die Überprüfung der Mastendprodukte bezüglich Mast- und Schlachtleistung erfolgt unter Praxisbedingungen mit Nutzung von AutoFOM-Schlachthofdaten. Eine kleine Anzahl von Endprodukten wird zusätzlich auch in der Prüfstation MLP genau gleich wie die Reinzuchttiere geprüft. Damit wird so einerseits das Leistungsniveau der Endprodukte unter Praxisbedingungen sichtbar gemacht. Andererseits ermöglicht die Verknüpfung dieser Leistungsdaten mit den Ergebnissen der Stationsprüfung Rückschlüsse für die optimale Ausgestaltung der Zuchtziele gemäss den ökonomischen Rahmenbedingungen der Mastferkelproduktion und Schweinemast. Die Prüfung ist so ausgestaltet, dass gleichzeitig auch die in der Mastferkelproduktion eingesetzten KB-Eber mit Endprodukten im Schlachthof überprüft werden können. Damit kann die KB noch sicherer geprüfte Eber für die Mastferkelproduktion anbieten.

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2. Prüfungsablauf

Seit Ende Mai 2003 werden alle jungen KB-Endprodukteeber zu Beginn ihres KB-Einsatzes systematisch in der Endprodukteprüfung (EPP) geprüft. Die Eber werden nach der Einstallung in die KB-Station gezielt in ca. drei verschiedenen Testzuchtbetrieben auf F1-Sauen eingesetzt. Die Schlachtung der Nachkommen aus diesen Paarungen erfolgt in 2-3 Schlachthöfen. Von jedem geprüften Eber werden auch 6 Prüftiere an der Prüfstation geprüft. Für die Prüftiere aus der EPP wird zusätzlich das Fleischqualitätsmerkmal Tropfsaftverlust (DL, Drip Loss) bestimmt. DL ist definiert als der prozentuale Gewichtsverlust im Kotelett im Zeitraum von 24h bis 72h nach der Schlachtung. Alle Schlachtdaten (AutoFOM; Einzeltierdaten) und Stationsprüfungsresultate der Nachkommen aus Testpaarungen laufen bei der SUISAG zusammen und werden dort ausgewertet.

Ablauf_EPP
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3. Auswertung der Leistungsdaten

Seit dem 1. April 2008 fliessen die Leistungen aus der EPP in die Produktionszuchtwertschätzung. Damit werden in der Zuchtwertschätzung für die Produktionsmerkmale neben den Leistungsdaten der reinrassigen und F1-Tiere aus der Herdebuchzucht auch Leistungen von Kreuzungstieren aus der Endprodukteprüfung EPP berücksichtigt.

Für die im Schlachthof gemessenen Merkmale Lebendtageszunahme (TZS) und Magerfleischanteil (MFA) und die in der Prüfstation in Sempach erhobenen Merkmale Masttageszunahme (MTZ), Futterverwertung (FV), Fleischfläche (FlF), intramuskulärer Fettgehalt (ImF), pH1, pH30, PigM und Drip Loss (DL) wird je ein Zuchtwert geschätzt. Zusätzlich wird für das Merkmal MFAEL ein Zuchtwert geschätzt. MFAEL ist der aus dem MFA aufgrund der von der Proviande vorgeschlagenen Bezahlungsmaske erzielte Erlös pro Mastschwein (Zuschläge/Abzüge). Die geschätzten Zuchtwerte werden anschliessend auf das rassenspezifische Basisniveau korrigiert. Der Durchschnitt der Naturalzuchtwerte der Basistiere wird auf 0 gesetzt.

Für die ökonomische Bewertung und Einteilung der geprüften KB-Eber wird aus den für den Mastbetrieb  ökonomisch wichtigsten Merkmalen der Endprodukteindex EPI gebildet. In diesem Index werden die Naturalzuchtwerte für FV, TZS und MFAEL gewichtet. Die ökonomischen Gewichte richten sich nach der aktuellen Marktsituation. 

Index = - 50.0 x FV + 0.174 x TZS + 1.0 x MFAEL

Der Index wird für alle Rassen auf die Basis ESV skaliert, so dass der Wert der Basistiere im Schnitt 100 beträgt und mit einer Standardabweichung von 20 streut.

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