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SUISAG Newsletter - Sommer 2016


Ultraschalldiagnostik im Schweinestall

Die Ultraschalldiagnostik ist aus vielen Bereichen der Human- und Tiermedizin längst nicht mehr wegzudenken. Durch stets bessere Technologien bis hin zu 3D Simulationen stehen heute insbesondere in der Humanmedizin vielfältige Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Auch in der Schweinebranche hat sich die Verwendung von Ultraschallgeräten etabliert. Besonders die Trächtigkeitsuntersuchung wird heute zunehmend per Ultraschall vorgenommen, die alten Dopplergeräte werden immer seltener verwendet.

 
 

Fruchtbarkeitsberatung durch den SGD®

Der SGD® bietet neu eine umfassende Fruchtbarkeitsberatung mit Hilfe eines modernen Ultraschallgerätes an. Anlässlich eines Betriebsbesuches werden die Tiere geschallt. Anhand des Befundes an Eierstöcken und Gebärmutter können z.B. der Besamungszeitpunkt beurteilt, Zysten sichtbar gemacht oder Gebärmutterentzündungen aufgezeigt werden. Die Ultraschall-Befunde, zusammen mit den Fruchtbarkeitskennzahlen aus dem Sauenplaner und der Beurteilung des Besamungsablaufs, erlauben uns eventuelle Schwachstellen im Fruchtbarkeitsmanagement aufzudecken und Empfehlungen zur Leistungssteigerung des Betriebes zu machen.

 

Reduktion Sommerdepression

Die hohen Temperaturen in den Sommermonaten und die abnehmenden Tageslängen nach der Sommersonnenwende stressen offensichtlich die Muttersauen in unserer Klimazone. Das manifestiert sich durch längere Leerzeiten nach dem Absetzen der Würfe und durch spätes und unregelmässiges Umrauschen. Um die wirtschaftlichen Schäden durch unträchtige Sauen zu vermindern, sind vorbeugende Massnahmen zu ergreifen.

Die Checkliste Sommerloch ist hilfreich, um die aktuelle Situation im eigenen Betrieb zu analysieren. Sie gibt Auskunft über anzustrebende Sollwerte. Die Fruchtbarkeitsleistung der Herde muss auch in der heissen Jahreszeit auf hohem Niveau bleiben.

 
 

Revision der Tierarzneimittelverordnung (TAMV) vom 1.4.16

Um die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Schweiz zu verringern, hat das Bundesamt für Lebensmittelhygiene die TierArzneiMittelVerordnung (TAMV) revidiert. Die Neuerungen sind seit dem 1.4.16 in Kraft und enthalten unter anderem zwei wichtige Änderungen für Tierärzte und Produzenten:

- Antibiotika, die zur prophylaktischen Behandlung von Nutztieren vorgesehen sind, dürfen nicht mehr auf Vorrat abgegeben werden.
- Kritische Antibiotika wie Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Fluorchinolone und Makrolide dürfen nicht mehr auf Vorrat abgegeben werden.

Eine genaue Auslegung der neuen Gesetzgebung ist auf der BLV Seite ersichtlich:

 

  

Produzentenanlass 2016

Dieses Jahr wurde der Produzentenanlass für Züchter und Mäster gemeinsam durchgeführt.
Über 50 Personen nahmen jeweils an den Anlässen in den drei Regionen Ostschweiz (Kirchberg), Zentralschweiz (Hohenrain) und Mittelland (Bern) teil.

Der erste Vortrag zeigte die ersten Resultate der FitPig-Beratungen durch die SGD-Mitarbeiterinnen auf. Anhand einiger Beispiele wurden die häufigsten Empfehlungen aber auch Stolpersteine in der Beratung aufgezeigt. Nur bei gegenseitigem Vertrauen zwischen Berater und Produzent und bei Offenlegung aller Fakten durch den Produzenten ist eine Beratung erfolgreich.

 

Im zweiten Vortrag wurde das Merkblatt Fachgerechte Nottötung auf dem Betrieb vorgestellt. Eine Nottötung muss immer gut überlegt und anschliessend richtig durchgeführt werden. Von dem Entscheid zur Nottötung über das Betäuben und Töten, die Nachtkontrolle und die Entsorgung des Kadavers, beschreibt das Merkblatt alle Punkte, die beachtet werden sollten. Wir können uns keine Skandalbilder aus dem Schweinestall in der Presse leisten, die zu einem Einbruch des Schweinefleischkonsums führen könnten.



 

Neue Postadresse SGD Bern

Der SUISAG SGD Bern-Westschweiz hat eine neue Postfachnummer im Tierspital Bern. Bitte nutzen Sie zukünftig das neue Postfach für die Postsendungen.

SUISAG SGD Bern-Westschweiz
Postfach 3350
CH-3001 Bern
Telefon: +41 (0)31 631 23 33
Telefax: +41 (0)31 302 81 09
Email: sgd.bern@suisag.ch

 

Spermalieferungen an Feiertagen

Bitte beachten Sie unsere Lieferzeiten an folgenden Feiertagen.

Datum Tag Feiertag Produktion Verkauf Lieferung
Semen Center
Hof/Depot Post
August 2016
01.08.2016 Mo Nationalfeiertag
ja
ja ja ja nein
15.08.2016 Mo Mariä Himmelfahrt ja ja ja ja nein
 
 

 
 

Veranstaltungen der SUISAG - profitieren auch Sie! 
Theoriekurs Ferkelkastration mit Schmerzausschaltung

07. September 2016

Schweinebesamungskurs

am 25./26.10.2016 in Lindau

   
 

Übersicht

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SUISAG Newsletter - Ausgabe Sommer 2016
 
1. Ultraschalldiagnostik im Schweinestall

 

 

Polygonale Follikel (Eibläschen) auf dem Eierstock kurz vor den Eisprüngen

 

Trächtigkeitsuntersuchungen werden meist vom Vermarkter und anderen Beratern angeboten und durchgeführt. Einige Landwirte sind sogar im Besitz von einem eigenen Gerät und machen die Untersuchungen bei ihren Moren selber. Bei den besagten Trächtigkeitsuntersuchungen geht es meist darum, eine Trächtigkeit durch das Vorhandensein von Früchten zu bestätigen. Die Untersuchung erfolgt an der rechten Bauchwand der stehenden Sau. Je nach Trächtigkeitsstadium können Föten ca. auf Höhe des letzten Zitzenpaares oder auch weiter kopfwärts dargestellt werden.

 

Ab dem 20. Trächtigkeitstag können die einzelnen Fruchtblasen mit den Embryonen dargestellt werden. Der Embryo misst zu diesem Zeitpunkt ca. 1 cm. Wichtig: Nur die Darstellung von Embryo und Fruchtwasser bestätigen zu diesem Zeitpunkt eine Trächtigkeit. Kann ausschliesslich Flüssigkeit dargestellt werden oder ist die Kontur des Embryos diffus, muss wegen Verdacht auf Fruchttod unbedingt eine Nachuntersuchung erfolgen.

Bereits am 26. Trächtigkeitstag sind die Augenhöhlen darstellbar. Gleichzeitig kann erstmalig zwischen dem 26.-28. Trächtigkeitstag die Pulsation vom Herz beobachtet werden. Mit fortschreitendem Trächtigkeitsverlauf können weitere knöcherne Strukturen, wie z.B. die Rippen gesehen werden. Der Magen erscheint ca. ab dem 40. bis 45. Trächtigkeitstag als rundliches echoloses (= schwarzes) Gebilde im fetalen Bauchraum. Eine Ermittlung der genauen Anzahl Föten ist insbesondere bei grossen Würfen wegen deren Anordnung kaum möglich.

Embryo und Fruchtwasser am 29. Trächtigkeitstag

Brust- und Bauchraum eines Fötus am 85. Trächtigkeitstag. Erkennbar sind Brustwand, Aorta und Magen.

 

 Zwei Zysten auf einem Eierstock   

 

Die beschriebene Trächtigkeitsuntersuchung ist nur ein kleiner Anwendungsbereich der Ultraschalldiagnostik bei der Sau. Ultraschallgeräte mit einer entsprechend guten Auflösung ermöglichen es dem geübten Tierarzt weitere Fruchtbarkeitsuntersuchungen vorzunehmen. So kann die Ovardiagnostik zum Beispiel bei ausbleibender Rausche, Verdacht auf Zysten oder bei der Ermittlung des Besamungszeitpunktes bei Problemtieren weiterhelfen. Des Weiteren kann die Darstellung der Gebärmutter Aufschluss über deren Gesundheitszustand geben. Zum Beispiel kann bei einer Entzündung allfällige Flüssigkeit im Gebärmutterlumen dargestellt werden. Auch die Messung der Rückenspeckdicke bei Jungsauen zur Beurteilung der Reproduktionskondition ist vielen Landwirten bekannt.

SGD - Ultraschalldiagnostik

Dem Schweinegesundheitsdienst steht mit der Anschaffung eines neuen Ultraschallgerätes ein wertvolles Mittel zur Verfügung, das Diagnostikangebot zu erweitern und somit die Beratung bei Fruchtbarkeitsproblemen zu ergänzen.
Zu einer vollständigen Beratung gehören neben der ultrasonographischen Untersuchung der Sauen auch immer die Analyse der Fruchtbarkeitskennzahlen aus einem Sauenplaner-Programm sowie die Beurteilung des Fruchtbarkeitsmanagements.
Bei Interesse und Fragen zur Fruchtbarkeitsberatung hilft Ihnen Ihr SGD-Beraterteam gerne weiter.


Übersicht

2. Reduktion Sommerdepression

Auch die Eber leiden bei hohen Aussentemperaturen unter Hitzestress. Die Stallungen der SUISAG-KB-Station sind mit Erdregister ausgestattet und die Tiere fühlen sich ganzjährig sehr wohl. Damit der gewonnene Samen der Eber seine Befruchtungsfähigkeit behält, müssen die Transport- und Lagerbedingungen stimmen. Die strengen Kontrollen im Labor und der Einsatz des teuren Langzeitverdünners sind gewinnbringend, wenn keine Fehler bei der Lagertemperatur gemacht werden. Eine flache Abkühlung über einige Stunden während der Samenaufbereitung im Labor und dem Transport bis zur Endlagerung sind sehr wichtig. Von grosser Bedeutung ist jedoch das konstante Temperaturregime von 16–18 Grad Celsius während der vorgegebenen Haltbarkeitszeit der Blister im Zuchtbetrieb.

Einwandfreie Lagerbedingungen für die Blister erreicht man mit den bewährten Klimaboxen. Die SUISAG bietet seit Jahren Boxen mit 21 und 38 Liter Nutzinhalt an. Neu können wir auch Klimaschränke mit 70, 160 und 275 Liter Nutzinhalt anbieten. Diese werden auf Bestellung bei unserem Lieferanten angekauft. Für diese gelten sinngemäss die gleichen Sicherheitshinweise wie für die Klimaboxen.
Die SUISAG gewährt 2 Jahre Garantie ab Lieferdatum, wenn die Boxen bestimmungsgemäss gebraucht werden. Für die Dauer der Reparatur stellen wir kostenlose Ersatzboxen zur Verfügung.

 

Die Empfehlung, ein unabhängiges Thermometer bei den Blistern zu platzieren, gilt nach wie vor. Daher liefern wir zusätzlich zu jeder neuen Klimabox ein Min./Max.-Thermometer gratis mit. Bei Stromausfall, zum Beispiel aufgrund eines Blitzschlages, weiss der Züchter sofort über die aktuelle Temperatur, sowie über die in letzter Zeit erreichten Höchst- und Tiefsttemperaturen Bescheid. Neu bieten wir auch Datenlogger an, welche 16`382 Messwerte mit Intervallen zwischen 10 Sekunden und 12 Stunden speichern und visualisieren.

Fazit: Die SUISAG liefert den Züchtern nach FBF kontrollierten Ebersamen und alle nötigen technischen Hilfsmittel, um die Befruchtungsfähigkeit des Samen bis zum Ablaufdatum der Blister zu gewähren.


Übersicht

3. Revision der Tierarzneimittelverordnung (TAMV) vom 1.4.16
    Was bedeutet dies für den Schweinehalter?

Wir möchten Ihnen die wichtigsten Punkte der neuen TAMV erklären:

Prophylaxe bedeutet eine Behandlung eines Tieres oder einer Tiergruppe bevor klinische Anzeichen einer Krankheit auftreten, mit der Absicht das Auftreten dieser Krankheit zu verhindern. Antibiotika für den prophylaktischen Einsatz dürfen nicht mehr auf Vorrat abgegeben werden. Ob eine prophylaktische Behandlung für ein oder mehrere Tiere nötig ist, muss neu aufgrund einer tierärztlichen Beurteilung entschieden werden.

Der Tierarzt darf bei einer bestehenden TAM-Vereinbarung „nicht kritische“ Antibiotika für die Behandlung von erkrankten Tieren für den Bedarf von drei Monaten auf Vorrat abgeben.

 

"Kritische Antibiotika“: dazu gehören die folgenden Medikamente (es werden nur Medikamente aufgeführt, die für Schweine zugelassen sind.):

- Cephalosporine der 3. und 4. Generation sind vorhanden in: Cefenil®; Ceftiocyl®, Cobactan®, Eficur RTU®, Excenel®, Naxcel®.

- Fluorchinolone sind vorhanden in: Advocid®, Baytril®, Forcyl®, Marbocyl®, Marbox®, Marfloquin®, Powerflox®, Truleva®.

- Makrolide sind vorhanden in: Draxxin®, Pulmotil®, Suanovil®, Tylan®, CAS® SK 40/60®, Vital CST®.

 

Die Wirkstoffe in diesen Antibiotika kommen auch beim Menschen zur Anwendung. Kommt es im Tier zu Resistenzbildungen und werden die resistenten Erreger auf den Menschen übertragen, wirken diese Antibiotika auch beim Menschen nicht mehr und der Therapieerfolg verzögert sich. Im schlimmsten Fall können die resistenten Bakterien im Mensch gar nicht mehr bekämpft werden und der Mensch stirbt. Daher sollte der Einsatz dieser Antibiotika möglichst selten erfolgen, um eine Resistenzbildung zu vermeiden.
Die „kritischen“ Antibiotika dürfen nicht mehr auf Vorrat abgegeben werden. Sie sollen erst dann zur Anwendung kommen, wenn sich „nicht kritische“ Antibiotika als unwirksam erwiesen haben. Zusätzlich ist eine vertiefte diagnostische Abklärung durch den Tierarzt nötig (z. B. eine aktuelle klinische Beurteilung der erkrankten Tiere) sowie die direkte Verschreibung durch den Tierarzt. Bei einem Bestandesbesuch darf die für eine spezifische Behandlung notwendige Menge Antibiotika weiterhin abgegeben werden. Anhand eines Bestandesbesuches darf auch die für die Nachbehandlung benötigte Menge, die innerhalb von 10 Tagen verbraucht wird, abgegeben werden.

 

„Nicht-kritische“ oder first-line Antibiotika: Diese Antibiotika sollten, wenn immer möglich, zuerst eingesetzt werden. Auch gegen diese Antibiotika können die Erreger Resistenzen bilden. Da die Wirkstoffe dieser Antibiotika aber beim Menschen nicht mehr gegen akute Krankheiten eingesetzt werden, werden sie als „nicht kritisch“ beurteilt. Diese Antibiotika können auch auf Vorrat vom Tierarzt für bestimmte Tiere abgegeben werden.

Medikamente, die keine Antibiotika enthalten, können durch den Tierarzt weiterhin für drei Monate auf Vorrat abgegeben werden.

 

Allgemeine Vorsichtsmassnahmen:

Alle Antibiotika müssen genau nach Anweisung des Tierarztes eingesetzt werden. Besonders zu beachten ist die richtige Dosierung und die Behandlung über den vorgesehenen Zeitraum. Tiere, die nicht mehr oder zu wenig fressen, müssen in den ersten Tagen mittels Injektion behandelt werden.

Beim Anmischen von pulverförmigen Antibiotika im Futter, sollte mit Handschuhen und Staubmaske gearbeitet werden, damit das Pulver nicht eingeatmet wird und es so zu einer Unterdosis an Antibiotika im Menschen kommt. Nach der Stallarbeit müssen zumindest die Hände gewaschen werden, damit möglichst keine resistenten Keime (die wahrscheinlich in jedem Stall vorkommen) auf sich selbst oder weitere Personen übertragen werden.

Jeder Produzent muss sich bewusst sein, dass bei jedem Antibiotikumeinsatz resistente Keime entstehen und auf Menschen übertragen werden können. Es gilt die Resistenzbildung möglichst klein zu halten und deren Übertragung auf den Menschen aber auch in die Umwelt (Gülle, Wasser, Felder, etc.) zu minimieren. Nur so haben auch die Generationen nach uns noch wirksame Antibiotika zur Verfügung.

Übersicht

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