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Fruchtbarkeitsmanagement

Die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität im ferkelerzeugenden Betrieb ist massgebend von den Fruchtbarkeitsleistungen der Sauenherde abhängig. Aufgrund des Zuchtfortschritts der letzten Jahre haben die heute auf den Betrieben gehaltenen Sauen ein grosses Reproduktionspotential, das es zu nutzen gilt. Um dieses Leistungsvermögen umfassend auszuschöpfen, sind eine Vielzahl von Einflussfaktoren wie Prophylaxe- und Impfprogramme, Fütterung, Haltung sowie Managementmassnahmen zu berücksichtigen. Beim Management ist im besonderen das Fruchtbarkeitsmanagement von wesentlicher Bedeutung.
Die SUISAG bietet daher eine Fruchtbarkeitsberatung für Züchter und Mastferkelproduzenten an. Sie hat ihren Schwerpunkt auf den Produktionszeitraum Absetzen der Ferkel bis etwa zum 44. Tag nach der Besamung. Diese Dienstleistung setzt sich aus einzelnen Komponenten zusammen. Die einzeln oder als Gesamtpaket nachgefragt werden können.

 

1. Produktionsdatenanalyse

2. Deckmanagementanalyse

3. Referenzwertanalyse

4. komplette Fruchtbarkeitsberatung (Beinhaltet die Punkte 1 bis 3 und kann mit dem Scannerservice abgerundet werden.)

5. Scannerservice

Kontakt: Dr. Kai Caspari (041 462 65 50 oder kai.caspari@suisag.ch)

1. Produktionsdatenanalyse

Die Grundlage für eine nachhaltige Beurteilung in diesem Bereich stellen die Produktionsdaten dar. Die Auswertung erfolgt entweder intern oder ausserhalb mit Hilfe von Auswertungsprogrammen. Eine externe Auswertung hat unter anderem den Vorteil, dass die eigenen Betriebsdaten mit den Daten anderer Betriebe leicht verglichen werden können. Dieser Vergleich ist ein gutes Instrument, um ungünstige Entwicklungen auf dem eigenen Betrieb frühzeitig zu erkennen und um länger verdeckte Mängel offen zu legen. Von entscheidender Wichtigkeit aber für die Beurteilung der Fruchtbarkeitsleistung des Betriebs ist die Qualität der Produktionsdaten. Nur zuverlässige Daten spiegeln den tatsächlichen Ist – Zustand im Betrieb wider. Auf ihrer Basis können Leistungsreserven mit professioneller Hilfe anhand einer Fruchtbarkeitsberatung erkannt und mobilisiert werden.

Fragebogen Leistungsdaten Repro
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Questionnaire données performance reproduction
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2. Deckmanagementanalyse

Um das Vorgehen bei der Besamung zu verbessern und falsche oder unnötige Besamungen aufzuzeigen, kann eine genauere Analyse des Deckmanagements im Rahmen einer Fruchtbarkeitsberatung, wie sie von der SUISAG angeboten wird, sinnvoll sein. Als Grundlage dieser Analyse dienen die Beobachtungen, die der Betriebsleiter zum Rauscheverlauf und bei den Besamungen gemacht hat. Er trägt diese je Sau in einen Registrierungsformular ein (Abb. 1). Die vermerkten Werte werden anschliessend in ein Auswertungsprogramm eingelesen, analysiert und das Ergebnis (Abb. 2) mit dem Betriebsleiter besprochen. Um für den Bestand geltende Aussagen zu erhalten, beträgt die Untersuchungsmenge etwa 20 % der aktiven Sauen.

 
Abb. 1: Registrierungsformular für Deckmanagementanalyse
 
Abb. 2: Auswertung Deckmanagementanalyse
 
Registrierungsformular Deckmanagementanalyse
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Formulaire de gestion des saillies
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3. Referenzwertanalyse

Die Referenzwertanalyse ist ein computergestütztes Programm, um die Leistung eines Betriebes anhand seiner Fruchtbarkeitskennzahlen genau zu analysieren. So wird es möglich verdeckte Schwachstellen im Betrieb aufzuspüren und langfristige Lösungen zu finden.

Für die Referenzwertanalyse werden folgende Kennzahlen erhoben:

  • Alter der Sauen
  • Intervall Absetzen – Belegen (IAB)
  • lebend geborene Ferkel (LGF)
  • abgesetzte Ferkel (AGF)
  • tot geborene Ferkel (TGF)
  • Saugferkelverluste (SVF)

Dies sind alles Grössen, die mit jedem handelsüblichen Auswertungsprogramm oder in jeder Sauenkarte routinemässig erfasst werden. Die einzelnen Leistungsangaben des Betriebs werden den Daten der besten Herdbuchbetriebe (beste Betriebe) gegenübergestellt, und es erfolgt eine ausführliche Ausarbeitung der Unterschiede. Anschliessend werden konkrete Verbesserungsvorschläge entwickelt und klare Empfehlungen gegeben. Eine graphische Darstellung verdeutlicht die Abweichungen von den erfolgreicheren Betrieben. Im Unterschied zu bestehenden Programmen liegt der Schwerpunkt bei der Referenzwertanalyse voll auf der Fruchtbarkeit im Betrieb, so dass eine sehr feine Ursachenforschung möglich ist. Anhand eines Beispiels wird im Folgenden das Vorgehen näher erläutert.

Betrieb Gams mit 100 Sauen stellt bei der letzten Betriebsauswertung fest, dass die Anzahl lebend geborener Ferkel mit 9.94/Wurf zu gering ist. Das bedeutet für ihn ebenfalls weiniger abgesetzte Ferkel. Jedes Ferkel das Herr Gams pro Wurf nicht absetzt entspricht CHF 13200.00 weniger Einkommen pro Jahr für seinen Betrieb.
Um einen Überblick über den Bestand zu erhalten, wird die Altersstruktur in der Herde des Betriebs Gams untersucht. In Abbildung 3 sind die Sauen nach Wurfnummer geordnet und als Prozentanteile am Gesamtbestand aufgezeichnet. Die grünen Säulen stehen in allen Abbildungen für die besten Betriebe aus dem Herdebuch zum Vergleich und die braunen Säulen für den Betrieb Gams.

 
Abb. 3: Altersstruktur der Sauenherde
 

Im Betrieb Gams fällt auf, dass besonders die Sauen mit dem 5. oder 6. Wurf stark vertreten sind (rotes Oval). Dagegen sind vor allem die Tiere mit dem 1., 3. oder 4. Wurf deutlich unterrepräsentiert (blaues Oval). Grundsätzlich zeigt dieses Bild, dass im Betrieb Gams nicht regelmässig und konsequent remontiert wird. Dies hat einen negativen Einfluss auf die Ausgewogenheit und die Leistung der Herde. Eine gleichmässige Altersstruktur des Bestandes, wie in den besten Betrieben, ermöglicht auch langfristig eine hohe Leistung.

Um der Bedeutung der Alterstruktur in der Herde Gams auf den Grund zu gehen, wird nun die Wurfgrösse nach Wurfnummer in Augenschein genommen. In Abbildung 4 sind die lebend geborenen Ferkel pro Wurf nach Wurfnummer dargestellt.

 
Abb. 4: Lebend geborene Ferkel nach Wurfnummer
 

Bei der detaillierten Analyse der lebend geborenen Ferkel fällt auf, dass vor allem die Würfe von älteren Sauen stark gegenüber den Referenzbetrieben abfallen. In Abbildung 4 mit dem roten Oval gekennzeichnet. Dies wiegt doppelt schwer, da diese Sauen, wie wir bei der Analyse der Altersstruktur der Herde festgestellt haben, verhältnismässig stark vertreten sind. Eine Wiederbelegung von Sauen nach dem 5. oder 6. Wurf sollte generell gut durchdacht werden und sich auf überdurchschnittliche Tiere beschränken.

Im nächsten Schritt wird die Verteilung der lebend geborenen Ferkel bei den Sauen im 3. – 5. Wurf geprüft. Dies ist in Abbildung 5 wiedergegeben. Betrachtet man nun die Einzelheiten in Abbildung 5 genau, stellt man fest, dass es relativ viele Würfe mit 5 bis 10 Ferkeln beim 3. – 5. Wurf im Betrieb Gams gibt. Hier mit dem roten Oval hervorgehoben. Üblicherweise würde man bei Sauen im 3. – 5. Wurf Wurfgrössen von 11 – 14 lebendgeborenen Ferkeln erwarten, wie man gut bei den besten Betrieben in Abbildung 5 sehen kann (grüne Säulen).

 
Abb. 5: Verteilung der lebend geborenen Ferkel bei Sauen im 3. - 5. Wurf
 

Um aufzudecken warum es so wenig lebend geborene Ferkel bei Sauen mit dem 3. – 5. Wurf gegeben hat, ist zu nächst die Analyse der Wurfzusammensetzung sinnvoll. Das heisst es ist zu klären, wie hoch die Anzahl tot geborener Ferkel für diese Wurfklassen war. In Abbildung 6 werden die tot geborenen Ferkel nach Wurfnummern sortiert dargestellt. Es ist gut zu erkennen, dass besonders bei Altsauen mit mehr als zwei Würfen der Anteil an tot geborenen Ferkeln zunimmt (rotes Oval).

 
Abb. 6: Verteilung der tot geborenen Ferkel nach Wurfnummer
 

Aufgrund der gefundenen Schwachstellen ergibt sich für den Betrieb Gams folgender Beratungsansatz:

  • regelmässige Remontierung einer festen Anzahl Jungsauen (Richtwerte: Jungsauenanteil am Bestand etwa 20%, Remontierungsquote 35 – 40%)
  • konsequente Schlachtsauenselektion nach dem Absetzen (Sauenblatt führen)
  • Überprüfung der Parvoimpfung bei den Altsauen. Die Grundimmunisierung der Jungsauen ist augenscheinlich belastbar und korrekt durchgeführt worden.

Die Referenzwertanalyse ist ein gutes Werkzeug für den Vergleich zwischen Betrieben und innerhalb eines Betriebs. Bei betriebsinternen Vergleichen wird der aktuelle Erhebungszeitraum, der gewöhnlich ein Jahr umfasst, einem längeren Zeitraum gegenübergesellt. Sinnvoll sind Zeitspannen je nach bestehen des Betriebs von 2 – 5 Jahren. So kann man Trends innerhalb des Betriebes rechtzeitig auf die Spur kommen.

Die Referenzwertanalyse basiert auf einer Arbeit von ENGELS (2001) zur systematischen Auswertung von Betriebsdaten.

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4. komplette Fruchtbarkeitsberatung

Sie beinhaltet die Punkte 1 bis 3 und kann bei Bedarf mit dem Scannerservice abgerundet werden.

Tarife Fruchtbarkeitsberatung ohne Scanner (Einführungspreise)
Der Tarif für die Fruchtbarkeitsberatung ohne Scanner setzt sich zusammen aus Anfahrts- und Beratungsgebühr:

  • Anfahrtsgebühr CHF 0.65 x km
  • Beratungsgebühr CHF 150.00/h (Viertelstunden genaue Abrechnung)
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5. Scannerservice

Der Scannerservice ist als längerfristige Managementmassnahme eine gute Ergänzung, um ein hohes Leistungsniveau zu sichern oder aber um Leertage deutlich zu reduzieren. Ein Leertag kostet einen Labelbetrieb etwa CHF 7.85 pro Tag und Sau. Die Trächtigkeitsuntersuchung mit Hilfe des Scanners wird an mit dem Betrieb festgelegten Terminen durchgeführt, die sich nach dem Abferkelrhythmus des Betriebes richten. Es sollten die Sauen ein erstes Mal am 23. nach der Besamung gescannt werden. Der professionelle Untersucher kann eine sichere Trächtigkeitsdiagnose am 23. Tag nach der Belegung stellen. Gegenüber anderen Methoden (Pieper/Ton) ist dies ein Zeitgewinn von etwa fünf bis sechs Tagen. Bei dieser frühen Gewissheit über den Trächtigkeitsstatus der Sauen können rechtzeitig notwendige Massnahmen durchgeführt werden. Zum einen können leere Sauen termingerecht behandelt und in neue Gruppen eingegliedert und zum anderen können sie ohne weitere Verzögerungen zum Schlachten gegeben werden. Eine weitere Untersuchung sollte dann in der Zeitspanne vom 35 bis 44. Tag der Trächtigkeit durchgeführt werden. Diese erneute Untersuchung ist sinnvoll, damit Sauen die nach dem 23. Tag abortiert haben, nicht erst sehr spät dadurch auffallen, dass ihr Bauchumfang nicht zunimmt. Besonders im Zeitraum von der 3. – 5. Woche nach der Belegung können Sauen leicht unbemerkt ihre Früchte wieder abstossen. Dies ist darin begründet, dass die Verbindung zwischen Sau und den Embryonen in den ersten vier bis fünf Wochen der Trächtigkeit noch sehr locker ist und damit die Sauen auf ungünstige Umweltbedingungen sehr leicht mit einem Abstossen der Früchte reagieren.

Tarife Scannerservice (Einführungspreise)
Der Tarif setzt sich zusammen aus Anfahrts- und Beratungsgebühr:

  • Anfahrtsgebühr CHF 26.00 pauschal (Weg über 50 km 2x Anfahrtspauschale)
  • Scannergebühr CHF 1.85/ min (Mindestabrechnungszeitraum 20 min)

Kosten-Nutzenrechnung
Als Beispiel für eine Kosten–Nutzenrechnung sind drei Betriebsgrössen mit einem dreiwöchigen Arbeitsrhythmus dargestellt (Tab. 1). Die Betriebe werden alle drei Wochen zu einem festgelegten Termin angefahren. Je nach Bestand sind eine unterschiedliche Anzahl von Sauen zu untersuchen (27 bis 66 Tiere). Für 27 Sauen sind etwa 40 Minuten für die Untersuchung einzuplanen. Hieraus ergeben sich reine Untersuchungskosten von CHF 75.00. Unter Berücksichtigung der Anfahrtspauschale kostet das Scannen pro Sau CHF 3.74. Je grösser die Anzahl der Sauen desto weniger Kosten fallen pro Tier an. Neben der Gesamtzahl hat auch eine gute Kennzeichnung und Gruppierung der zu scannenden Sauen einen deutlich reduzierenden Effekt auf die Untersuchungskosten.

 
Tabelle 1: Untersuchungskosten in Abhängigkeit von Betriebsgrösse
Betriebsgrösse
100 Sauen
150 Sauen
250 Sauen
Besuchsintervall
alle 3 Wochen
alle 3 Wochen
alle 3 Wochen
Sauen/Besuch
ca. 27
ca. 40
ca. 66
Aufwand
40 min = 75.00 CHF
60 min = 111.00 CHF
99 min = 183.00 CHF
Anfahrt
26.00 CHF
26.00 CHF
26.00 CHF
Total
111.00 CHF
137.00 CHF
209.00 CHF
Kosten/Sau
3.74 CHF
3.43 CHF
3.17 CHF

Durch regelmässiges und konsequentes Scannen der Sauen können Leertage deutlich gesenkt werden. Stellt man die Kostenersparnis, die man erzielt, wenn man die durchschnittliche Anzahl der Leertage um zwei senken kann, den Kosten für die Trächtigkeitsuntersuchung mit dem Scanner gegenüber, so ergeben sich folgende Zahlen (Tab. 2).

 
Tabelle 2: Kalkulation der möglichen Kostenersparnis durch Trächtigkeitsuntersuchung mittels Scanner
Betriebsgrösse
100 Sauen
150 Sauen
200 Sauen
Kosten ein Leertag/Sau und Jahr
7.85 CHF
7.85 CHF
7.85 CHF
Kosten zwei Leertage/Jahr (2.3 Würfe/Sau)
3611.00 CHF
5416.50 CHF
7222.00 CHF
Scannerkosten/Jahr
1727.20 CHF
2365.40 CHF
3641.90 CHF
Mehrwert
1883.80 CHF
3051.10 CHF
3580.10 CHF

Eine kostenlose Demonstration des Scannerservice auf dem eigenen Betrieb führen wir gerne vor. Für grössere Betriebe bietet die SUISAG die Möglichkeit einen eigenen Scanner zu erwerben. Ein genauere Darstellung zum Gerät finden Sie im SuisShop. Bei Bedarf findet eine kostengünstige gründliche Einarbeitung vor Ort statt.

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